Liebe Mitglieder, Freunde und Unterstützer des GAV Reinheim,
die langanhaltende Sommerhitze und das Ausbleiben nennenswerter Niederschläge haben unserem Hausgewässer, dem Ludwigsteich, im August und September nochmals stärker und schneller zugesetzt als erwartet. Sinkende Wasserstände brachten den Fischbestand in eine lebensbedrohliche Lage. Um ein massives Fischsterben abzuwenden, war schnelles und entschlossenes Handeln gefragt.
Einleiten mehrerer Notmaßnahmen zur Fischrettung
Dank des großartigen Einsatzes zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer konnten wir zeitnahe Sofortmaßnahmen ergreifen. Der Fischbestand wurde während mehrerer GAV-Einsätze schonend abgefischt und in ein Ausweichgewässer umgesetzt, in dem stabile Wasserwerte und ausreichend Sauerstoff gewährleistet sind.
Kampf um jeden Fisch
Von August bis Mitte September haben wir sprichwörtlich um jeden einzelnen Fisch gekämpft. Unsere GAVler sind bei den Rettungsaktionen körperlich bis an ihre Schmerzgrenzen gegangen. Stundenlanges Arbeiten in schwerer Wathose, im tiefen Schlamm und unter körperlicher Höchstleistung bei sengender Hitze und bis tief in die Nacht hinein haben allen Beteiligten alles abverlangt.
Die Grenzen des Machbaren
Zur Wahrheit gehört leider auch, dass wir trotz dieses bedingungslosen Einsatzes nicht jeden Fisch retten konnten. Besonders die kleinsten unter ihnen waren in dem extrem flachen, aufgewühlten Wasser und dem tiefen Schlamm kaum zu lokalisieren oder mit den Netzen zu erfassen. Es bricht uns das Herz, aber unter diesen extremen Bedingungen stößt die menschliche Machbarkeit schlicht an ihre Grenzen. Wir mussten einsehen, dass eine vollständige Rettung aller Fische trotz aller Anstrengungen technisch und physisch unmöglich war.
Immerhin, wir konnten über 100 große Fische und eine Schildkröte sicher bergen und an einen neuen Ort umsiedeln, sowie unzählige kleine Fische und Jungfische.
Besorgte Anrufe von Uferbesuchern
An den Tagen, an denen keine GAV-Mitglieder am See mit dem Abfischen beschäftigt waren, lief das Telefon von Alex, unserem Vorstandsvorsitzenden, heiß. Unzählige besorgte Spaziergänger und Erholungssuchende meldeten sich, weil sie in der immer kleiner werdenden Restpfütze des Teichs Fischen sahen, deren Schicksal so gut wie besiegelt war.
Der schwerste Schritt zuletzt
Als das Wasser schließlich vollständig versiegt war, blieb uns am Ende nur noch eine traurige, aber unumgängliche Pflicht: Wir haben die verbliebenen Kadaver eingesammelt und zur Tierkörperbeseitigungsanstalt gebracht. Insbesondere für unsere GAVler vor Ort war es für ein zutiefst trauriger Tag. Dennoch war dieser Schritt notwendig, um Seuchengefahren abzuwenden und die unzumutbare Geruchsbelästigung für Anwohner und Besucher zu abzustellen.
Danke, danke, danke!
Ein tiefes Dankes allen Vereinsmitgliedern und Helfern, die spontan angepackt und mit ihrem Einsatz Schlimmeres verhindert haben! Danke für Euer Enagement, eure Leidenschaft und eure Kammeradschaft.
Hitzetote in Europa
Nicht nur für den Roßdörfer Ludwigsteich sondern auch für Menschen war der Sommer 2026 einer der tödlichste Hitzesommer seit dem Jahr 2000 – und markiert damit einen neuen, vom Klimawandel befeuerten Höchstwert.
Für interessierte, mehr wissenschaftlich recherierte Infos, Zahlen und Fakten finden sich in dieser englischsprachigen Studie: https://www.lshtm.ac.uk/newsevents/news/2026/more-50000-heat-related-deaths-estimated-european-urban-areas-during-summer
bzw. in dem darauf basierenden Artikel des Bayrischen Rundfunks: https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/studie-zu-rekordsommer-mehr-als-50-000-hitzetote-in-europa,VYqHumQ













